Vortrag 29. Januar: Ausgrenzung, Diskriminierung und Ermordung der Gelsenkirchener Sinti und Roma im deutschen Nationalsozialismus

Ausgrenzung, Diskriminierung und Ermordung der Gelsenkirchener Sinti und Roma im deutschen Nationalsozialismus

Vortragsveranstaltung der Schalker Faninitiative e.V.

mit Prof. Dr. Stefan Goch

29.Januar 2019 19Uhr

Solidarische Erklärung mit den Antifaschist*innen der Kampagne „Hannover Rechtsaußen“

Bei dem Spiel Hannover 96 gegen Fortuna Düsseldorf am 22.12.2018 kam es zu massiven Angriffen von Teilen der aktiven Fanszene von Hannover 96 auf antifaschistische Fans. Diese verteilten im Rahmen der Kampagne „Hannover Rechtsaussen“ Flyer im Niedersachsenstadion, um auf die besorgniserregenden Entwicklungen innerhalb der Kurve aufmerksam zu machen. Anstatt die Angreifer festzunehmen, überzog die Polizei die Antifaschist*innen mit Repression und nahm diese für mehrere Stunden in Gewahrsam. Damit verhinderten sie aktiv ein antifaschistisches Engagement innerhalb des Stadions und gaben den rechten Fans Rückendeckung.

Solidarische Erklärung mit den Fans des VfB Oldenburg

Dass „Politik im Stadion nichts zu suchen“ habe, kennen wir ansonsten nur aus dem armseligen Argumentationsinventar von Rechtsradikalen bzw. „Rechtsoffenen“. Das ist in so ziemlich jeder Hinsicht falsch und in aller Regel nur ein schlecht getarnter Vorwand, um möglichst ungestört Menschenverachtung ins Stadion tragen zu können. Das machen wir nicht mit und stehen daher fest an der Seite unserer Kollegen aus Oldenburg – übrigens Julius Hirsch-Preisträger wie wir auch.

Stolpersteine

Wir haben die späte Anstoßzeit am Samstag genutzt und die Stolpersteine am Schalker Markt geputzt. Danke an alle die mitgemacht haben und an die netten Menschen vom Schacht 6 für ihre Hilfe.
Auf das der Faschismus nie wieder sei!

Antiziganismus – die rassistische Diskriminierung von Sinti und Roma

Antiziganismus – die rassistische Diskriminierung von Sinti und Roma
Vortrag und Diskussion mit Ronny Blaschke

 

Mittwoch 5. Dezember 2018 19.00Uhr
Kulturladen Lalok Libre
Dresdner Str. 87 Gelsenkirchen-Schalke

 

Antiziganismus – Rassismus gegen Sinti und Roma

Sinti und Roma sind die größte Minderheit des europäischen Kontinents. Über keine andere Volksgruppe wissen die Mehrheitsgesellschaften aber so wenig und glauben aber so viel Negatives zu kennen.

Feindseligkeit, stereotype Wahrnehmung und Vorurteile werden wach, wenn von „Zigeunern“ gesprochen wird. Eine Denkweise, die diese Menschen als „fremd“, „musikalisch“ und „frei“, „primitiv“, „kulturlos“ oder „kriminell“ und „nomadisch’“ kennzeichnet.

Bei diesen Zuschreibungen handelt es sich um Projektionen und Vorurteile, die mit der Realität oder den realen Personen nichts zu tun haben.  Sie existieren bereits seit Jahrhunderten und werden als “Antiziganismus“ bezeichnet.

Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung seit Jahrhunderten bis heute

Auf Grundlage dieser Ressentiments werden Sinti und Roma seit Jahrhunderten von der Mehrheitsgesellschaft stigmatisiert, ausgegrenzt oder gar ermordet. Einen Höhepunkt bildete dabei der “Porajmos“, die Vernichtung von über 500 000 Sinti und Roma im deutschen Nationalsozialismus.

Antiziganismus ist auch heute noch in ganz Europa eine kontinuierliche und die am meisten akzeptierte und verbreitete Form des Rassismus. In allen europäischen Ländern erleiden Sinti und Roma massive rassistische Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung.

In Deutschland, insbesondere auch im Ruhrgebiet, trifft der Antiziganismus aktuell insbesondere Zuwander_innen aus Südosteuropa. Ohne die Menschen zu kennen, ohne zu wissen aus welchen katastrophalen Lebensumständen die Menschen kommen, wird gerade Roma aus Rumänien und Bulgarien oft mit Diskriminierung und Ausgrenzung begegnet.

Antiziganismus: Auch im Sport und Fußball

Wie bei allem ist Sport und Fußball ein Spiegel der gesellschaftlichen Zustände. Somit sind auch hier antiziganistische Zustände leider immer noch Realität. So machen die meisten Roma-Sportler_innen ihre Zugehörigkeit zur Minderheit meist nicht öffentlich, aus Angst, dass es ihrer Karriere schadet.

Regelmäßig tauchen in deutschen Stadien Transparente, Banner oder Aufkleber auf oder es gibt Zwischenrufe und gar Fangesänge in denen der gegnerische Verein, seine Spieler und seine Fans als “Zigeuner“ bezeichnet werden. Der Bergriff “Zigeuner“ gilt dabei oft als Beschimpfung und Beleidigung der gegnerischen Fans oder Teams.

Bei allem Engagement von Fans, Vereinen und Verbänden gegen Diskriminierung ist Antiziganismus nach wie vor ein häufiges Phänomen in und um die Stadien. Die Sensibilisierung und Wahrnehmung für antiziganistische Vorfälle ist äußerst gering – eine Problematisierung bleibt zumeist aus.

In einem Vortrag wird der Berliner Journalist und Buchautor Ronny Blaschke eine kleine Einführung in die Mechanismen, die Wirkweise und Geschichte des Antiziganismus, dem Rassismus gegen Sinti und Roma geben. Unter anderem wird er auf einige Beispiele dieser Diskriminierungsform im Sport und Fußball eingehen.

Eine Veranstaltung der Schalker Fan-Initiative e.V.in Kooperation
mit dem Kulturladen Lalok Libre
und der Amadeu Antonio Stiftung.

Eintritt frei / Spende erwünscht

Schalker Fan-Initiative gegen Kinderlähmung!

Deckel gegen Polio

Die Kinderlähmung, auch Poliomyelitis – kurz Polio, ist eine hoch ansteckende Krankheit, an der vor allem Kleinkinder, aber auch Erwachsene erkranken. Das Virus verursacht Lähmungserscheinungen und Invalidisierungen, die Infektion kann auch Spätfolgen haben oder tödlich verlaufen. Polio ist unheilbar, aber mit einer Impfung kann ein lebenslanger Schutz vor Polio erreicht werden.

Sammelt mit uns Deckel und helft im Kampf gegen Polio!

Kunststoffverschlüsse („Deckel“) bestehen aus Polyethylen (HDPE) oder Polypropylen (PP), hochwertigen recyclingfähigen Materialien. Wir sammeln die Getränkedeckel aus Kunststoff um mit den Erlösen weltweit Impfaktionen gegen Kinderlähmung mitzufinanzieren.

– Welche Deckel sollen gesammelt werden?

Bitte sammelt nur Kunststoffdeckel und -verschlüsse von Getränken (z.B. Wasser, Erfrischungsgetränke). Auch wenn andere Verpackungen ebenfalls aus Kunststoff sind, sammelt diese Gegenstände bitte nicht. Diese gehören nicht in die Sammlung!

– Kann ich Pfandflaschen ohne Deckel abgeben?

Ja, selbstverständlich. Egal ob Einweg- oder Mehrwegflaschen bei der Rückgabe ist der Flaschenkörper mit dem darauf befindlichen Pfandzeichen entscheidend.

– Wo kann ich die Deckel hinbringen?

Bitte bringt die Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen zu einer Abgabestelle, u.a. der Fanladen der Fan-Ini. Alle aktuellen Abgabestellen könnt ihr auf der Homepage von Deckel drauf e.V. abfragen.

– Wieso reichen 500 Deckel für eine Impfung?

Ein einzelner Deckel wiegt rund 2 Gramm, 500 Deckel ergeben etwa 1kg Material. Der Erlös deckt die Kosten einer Impfung gegen Polio.

– Unterstützung

Helft mit und sammelt Deckel! Begeistert Mitmenschen für die Sammlung!

Weitere Informationen auf:  www.deckel-drauf-ev.de

 

11.-13. Januar 2019 – 2. Frankfurter Versammlung im deutschen Fußball

ERINNERN REICHT NICHT!

!Nie wieder – Erinnerungstag im Deutschen Fußball ist ein unabhängiges und bürgerschaftlich organisiertes Bündnis, das sich gegen den alltäglichen Rassismus, die Fremdenfeindlichkeit und den Antisemitismus in unseren Fußballstadien wendet.

Mondiali Antirazzisti 2018

Die „Schalker gegen Rassismus“ sind von der Mondiali Antirazzisti aus Italien zurückgekehrt: Erschöpft, aber glücklich. Und mit einem Pokal!

Wer die Wahl hat …

Am 12.05.2018 im Fanladen fand die ordentliche Mitgliederversammlung der Schalker Faninitiative e.V statt.

Nach den Berichten des Vorstandes und der Kassiererin wurden die diese von der Mitgliederversammlung entlastet. Neu gewählt wurden Sven Schneider (1. Vorsitzender), Philipp Schmitz (2. Vorsitzender) sowie Nicola Kammering (Kasse).

Gustavo Hirsch auf Schalke

Gustavo Hirsch, Großneffe von Julius Hirsch, stattete uns zum Heimspiel gegen Gladbach einen Besuch ab. Nach einem gemütlichen Abend am Freitag startete der Samstag mit einem kleinen Spaziergang. Von der Grillostraße ging es über den Schalker Markt und die Schalker Meile bis in die Kampfbahn Glückauf und von dort zurück zu einer Rast in den Fanladen der Schalker Faninitiative.

Null Vierter

Auch in diesem Jahr war die Faninitiative wieder aktiv beim Aki-Lütkebohmert-Hallenturnier am Ball.
Ausgetragen wurde das mit 20 Mannschaften betzte Turnier am 24.03.in der Westmünsterlandhalle
Das „Elfmeterschießen“ im kleinen Finale ging leider verloren, so dass am Ende der 04te Platz heraus sprang.

„14. Erinnerungstag im deutschen Fußball“ an den Spieltagen um den 27. Januar 2018

Initiative „!Nie wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“  

Der 27. Januar 1945, der Befreiungstag der Überlebenden von Auschwitz, erinnert die Fußballfamilie bis heute schmerzlich daran, dass sie sich nicht schützend vor ihre jüdischen und vom Nationalsozialismus verfolgten Mitglieder gestellt hat, als es um deren Überleben in der Diktatur ging.

!Nie wieder

Schon unmittelbar nach der Machtergreifung, am 19. April 1933, forderten der Süddeutsche Fußballverband und der DFB die Vereine auf, ihre kommunistischen und jüdischen Mitglieder auszuschließen. Alle folgten dieser Weisung ohne Widerspruch.

Ohne Not und oft in vorauseilendem Gehorsam entzog man den Verstoßenen ihre Vereinszugehörigkeit. Das hatte schreckliche Folgen: Wer nicht fliehen konnte oder versteckt wurde; wer nicht an Krankheit oder den Folge der Folter starb, wurde in den Gaskammern der Vernichtungslager oder bei Massenexekutionen ermordet.

Kurt Landauer, der Präsident des FC Bayern, und der vielfache deutsche Nationalspieler Julius Hirsch stehen stellvertretend für jene der Verfolgten, die sogar von sich aus die Mitgliedschaft in ihren Vereinen niederlegten, um dem für sie so demütigenden Ausschluss zuvor zu kommen.

Viele taten das auch, um Ihre Mannschaft zu schützen.

Im letzten Satz des Austrittsschreibens an den Vorstand des Karlsruher FV  spiegeln sich der Schmerz und die Empörung des genialen Fußballspielers und Patrioten Julius Hirsch über den ungerechtfertigten Ausschluss wider:

„Nicht unerwähnt möchte ich aber lassen, dass in dem heute so gehassten Prügelkinde der deutschen Nation es auch anständige Menschen und vielleicht auch viel mehr national denkende, durch das Herzblut vergossene deutsche Juden gibt.“

Im März 1943 wurde Julius Hirsch im KZ-Auschwitz ermordet.

Auch nach dem Ende des Krieges vergaß der Fußball lange Zeit seine geflohenen und ermordeten Familienmitglieder – sei es aus Scham oder aus verdrängten Schuldgefühlen.

Auf den Jahresabschlussfeiern wurden die Namen der preisgegebenen Spieler, Funktionäre, Förderer und einfachen Mitglieder nicht genannt. Es erhob sich niemand, um sie zu ehren.

Erst Schritt für Schritt gewann die Einsicht an Boden, dass es Zeit wird, nach der Katastrophe des Holocaust den vergessenen Mitgliedern der Fußballfamilie endlich ihre Ehre zurück zu geben und sich ihrem Leid und dem ihrer Familien zuzuwenden.

Zum 27. Januar 2018, dem „14. Erinnerungstag im deutschen Fußball“, kann öffentlich gemacht werden: Die Fußballfamilie erinnert sich an ihre vergessenen, verfolgten und ermordeten Mitglieder und sie ehrt sie.

Die  jungen Fußballfans und die Verantwortlichen in den Fanprojekten öffnen sich für die Geschichte der Vereine und gehen auf Spurensuche nach ihren „verlorenen Helden“.  Sie sprechen mit Zeitzeugen, besuchen KZ-Gedenkstätten – und sie sind dabei, wenn ihr Club oder das Vereinsmuseum Stolpersteine verlegen. Oftmals geben sie selbst den Anstoß dazu.

Sie initiieren mit den Preisgeldern des „Julius Hirsch Preises“ eigene Stiftungen und neue Preise. In der Kurve setzen sie Zeichen durch großartige Choreografien.

Wenn an den Spieltagen um den 27. Januar Profiteams mit Shirts auflaufen, auf denen steht „Kein Fußball den Faschisten“ oder mit dem Logo von „!Nie wieder“, dann nimmt der Profifußball die Mahnung der KZ-Häftlinge an die Nachgeborenen auf und bringt ihre Botschaft auf den Platz und damit auch ins Spiel.  

Das Gleiche gilt für den Amateurfußball. Das „!Nie wieder“ wird in unseren Tagen von ungezählten Amateurvereinen gelebt, die sich mit großer Empathie für geflüchtete Menschen einsetzen, die in ihrem Heimatort angekommen sind, um Schutz zu finden. Jenen Verfolgten von heute bieten sie neben dem Sport in ihren Vereinen auch einen Ort für Beziehung und Orientierung im Alltag an.

Wenn der DFB und seine Kulturstiftung zum 75. Todestag von Julius Hirsch im März 2018 zu einer generationsübergreifende Studienreise nach Auschwitz einlädt und die DFL zum Thema „Erinnerungskultur und politische Bildung“ den Fanprojektmitarbeiter*innen und Fanbeauftragten eine Fortbildung vor Ort anbietet, dann sind das folgerichtige Schritte.

Im Lernen aus der eigenen Geschichte verbindet sich die deutsche Fußballfamilie mit dem großen Walther Bensemann. Die Werte, die er als Gründer und Chefredakteur des „Kicker“ dem deutschen und europäischen Fußball mit auf den Weg gegeben hat, haben bis heute nichts von Ihrer Gültigkeit verloren.

Das solches nie wieder geschehe, dazu ermuntert er die Fußballfamilie in seiner „Kicker“- Glosse vom 21. November 1923. Er schrieb sie gegen die Verherrlichung des Krieges, gegen die Antisemiten, die Völkischen, die Populisten, gegen die Nationalisten und Antieuropäer.

Und er schrieb sie auch für die 14. Kampagne des „Erinnerungstages im deutschen Fußball“:  

„Es ist […] möglich, dass alles, was ich schreibe, […]  als Hirngespinste, als undurchführbare Theorien eines weltfremden unpraktischen Pazifisten gelten wird. […]  Aus ethischen, sozialen und nationalen Gründen kenne ich nur ein Endziel, das erstrebenswert wäre: Die Vereinigten Staaten Europas.“

Als Deutscher jüdischer Herkunft musste Walther Bensemann 1933 vor den Nazis fliehen, und starb nur wenig später in seinem Schweizer Exil.

 

Die Schalker Fan-Initiative und der FC Schalke 04 sind aktive Mitstreiter bei der Initiative !Nie wieder. Mehr Informationen unter: www.niewieder.info

Reif für‘s Museum

Zum alten Eisen gehört die Schalker Faninitiative zwar nicht, nach aber 25 Jahren Arbeit gegen Rassismus und Diskriminierung auf und um Schalke, europaweit, soll unsere Arbeit und die Vielfältigkeit der Aktionen einer noch breiteren Öffentlichkeit präsentiert werden. Also haben wir in Zusammenarbeit mit der Abteilung Fanbelange des FC Schalke 04, eine Ausstellung zusammen gestellt.

Wir laden euch herzlich zur Eröffnung ein!
Sie findet am 05.02.2018 um 19:04 statt (Einlass 18:30).
Falls ihr und Sie kommen möchten, bitten wir um Anmeldung bei der Abteilung Fanbelange: fanbelange@schalke04.de

Die Sonderausstellung wird ab dem 06.02.2018 für drei Monate im Rahmen der Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden – Juden im deutschen Fußball“ im Vereinsmuseum des FC Schalke 04 zu sehen sein. Informationen und Öffnungszeiten sind auf der Webseite des FC Schalke 04 zu finden.

Glück auf,

wir freuen uns auf euch,
die Schalker Fan-Initiative e.V.