Vortrag des Berliner NS-Zeitzeugen Horst Selbiger — 13.11.2022, 16 Uhr

„Verfemt, Verfolgt, Verraten. Fragt uns, wir sind die Letzten.“

Horst Selbiger (*1928) ist deutsch-jüdischer Journalist, Verfolgter des NS-Regimes und Zeitzeuge der Shoah.

Als Sohn eines jüdischen Zahnarztes musste er Zwangsarbeit in einer Mützenfabrik und im Rüstungsbetrieb leisten. Im Frühjahr 1943 wurde er bei der sogenannten Fabrikaktion mit anderen Berliner Juden verhaftet und zur Deportation in das ehemalige jüdische Gemeindehaus in Berlin-Mitte verfrachtet. Die Umstände in dieser “Sammelstelle” waren menschenunwürdig. Zusammen mit tausenden weiteren Verhafteten war er dort zusammengepfercht auf engstem Raum.

Während die inhaftierten Juden aus anderen Berliner Sammelstellen nach Auschwitz und Theresienstadt deportiert und dort schlussendlich ermordet wurden, wurde Horst Selbiger mitsamt seinen Mitinhaftierten von den vielzähligen nichtjüdischen (Ehe-)Frauen und Müttern durch ihr Auflaufen bei dem Rosenstraßen-Protest gerettet.

Auch heute ist er im Alter von 94 Jahren noch unterwegs, um jüngeren Generationen von seinen Erfahrungen zu berichten. Am 13.11.2022 wird er im BonniMax in der Lukaskirche in Gelsenkirchen-Hassel (Eppmannsweg 32, 45896 Gelsenkirchen) aus seinem Buch lesen und von seinem Leben berichten. Anschließend nimmt er sich Zeit, um Fragen zu beantworten und sein Buch signiert zu verkaufen.