Bildungsurlauber im Fan-Laden

Am 3. Juli war eine Gruppe Bildungsurlauber der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu Gast im Fan-Laden. Auf einer „arbeitergeschichtlich orientierten Fahrradtour“ – ausgerechnet in einer der heißesten Wochen des Jahres – suchten die Teilnehmer gemeinsam nach Spuren, die das sogenannte „Zeitalter der Katastrophen“ an Häuserwänden, im so genannten Weichbild der Städte, aber auch in den Köpfen hinterlassen hat.

Außer mit den historischen Arbeits- und Lebensbedingungen im Revier hatten sie sich deshalb an unterschiedlichen Stationen mit der Roten Ruhrarmee im März 1920, der Migrations- und Integrationsgeschichte der Ruhrpolen, dem Widerstand gegen die französische Ruhrbesetzung 1923 – und eben mit der Vereinnahmung des „Arbeiterklubs“ Schalke 04 während der Nazi-Zeit auseinandergesetzt. Nachdem die rund 15 Teilnehmer aus ganz Deutschland per Fahrrad bereits Station in Bottrop, Bochum und Waltrop gemacht hatten, ging es zum Abschluss ins Herz des Ruhrgebiets, nach bzw. auf Schalke: zum Fan-Laden auf der Kurt-Schumacher-Straße. Etwas geschafft, aber durchaus noch aufnahmebereit lauschten sie dort den Worten von Ini-Referent Sven, der anhand der historischen Aufarbeitung „Zwischen Blau und Weiß liegt Grau“ ein paar Hintergründe zu Schalke in der Nazizeit lieferte, um dann aber auch den Bogen zur Arbeit der Schalker Fan-Initiative zu schlagen.

Dass man die Lehren aus der Geschichte nicht überall und zu jeder Zeit gleich konsequent gezogen hat, wurde am Beispiel u.a. des aktuellen Dortmunder Nazi-Problems wohl auch recht deutlich. Die anschließende Diskussion war, so glauben wir, für alle Seiten spannend und rundete die gelungene Veranstaltung ab.

Bildungsurlauber im Fanladen

Bildungsurlauber im Fan-Laden