| Der siebte Meistertitel bedeutet nicht
nur, daß die Knappen den Rekord des Club aus Nürnberg einstellen.
Nein, er bedeutet viel mehr. Denn am 26. August ist es soweit: Beim
dänischen Meister Kopenhagen BK haben die Knappen ihren ersten
internationalen Auftritt.
Erst vier Jahre zuvor hatte die Europäische Fußball-Union
die sogenannten Europapokal-Spiele eingeführt. Zu dieser Zeit
ist die Champions League noch weit weg. Stattdessen gibt es einen
einfachen Vergleich mit K.O.-System in Hin- und Rückspiel.
Aber der Premiere erster Teil geht ziemlich in die Hose. Mit einem
0:3 im Gepäck fährt man wieder nach Hause. Drei Wochen
später, am 17. September 1958, kommt es in der Glückauf-Kampfbahn
zum Rückspiel gegen die Dänen. Durch zwei Treffer von
Berni Klodt führen die Blauen bereits zur Pause mit 2:0. Die
Aufholjagd hat begonnen.
Unmittelbar nach dem Wiederanstoß erzielt Manfred Sadlowski
das 3:0. Alles ist wieder offen. Zwei Andersen-Treffer in der 54.
und 68. Minute sorgen dann dafür, daß plötzlich
die Dänen wieder die besseren Karten haben. Doch ein Doppelschlag
von Hans Nowak und Günter Brocker in der 71. und 72. Minute
sorgt für die 5:2-Führung - und dabei bleibt es.
Zum Glück kommt die UEFA erst Jahre später auf die Idee,
bei Torgleichheit die auswärts erzielten Tore höher zu
bewerten. 1958 bedeutet Torgleichheit noch ein Entscheidungsspiel
auf neutralem Platz. Beide Teams sehen sich also am 1. Oktober in
Enschede wieder.
Nach einer torlosen ersten Hälfte schießen Günter
Siebert (57.), Hans Nowak (66.) und Berni Klodt (86.) einen beruhigenden
3:0-Vorsprung heraus, bevor Krahmer für die Kopenhagener in
der Schlußminute den Ehrentreffer zum 1:3-Endstand erzielt.
Mit viel Glück haben die Knappen die zweite Runde im Europapokal
erreicht.
Die Auslosung zur zweiten Pokalrunde führt die Schalker zunächst
auf die Insel. Mit dem englischen Meister Wolverhampton Wanderers
erhalten die Knappen einen schweren Brocken zugelost. In den Reihen
der Engländer steht zum Beispiel auch der Kapitän der
Nationalmannschaft, Billy Wright.
Im Hinspiel am 12. November trotzen die Schalker den favorisierten
Engländern ein 2:2 ab. Günter Siebert sorgt in der 23.
Minute für die Schalker Führung, die auch das Halbzeitergebnis
bedeutet. Broadbent erzielt zwar in der zweiten Hälfte Ausgleich
und Führungstreffer für Wolverhampton, doch Willi Koslowski
sorgt zwei Minuten vor Schluß für das vielumjubelte Unentschieden.
43 000 Zuschauer in der völlig überfüllten Glückauf-Kampfbahn
sind sechs Tage später beim Rückspiel gegen die Engländer
völlig aus dem Häuschen, als Heiner Kördell und Günter
Siebert eine 2:0-Halbzeitführung herausschießen.
Bereits in der 48. Minute sorgt Jackson jedoch für das 1:2.
Dann beginnt die Abwehrschlacht. Doch die blau-weiße Verteidigung
läßt keinen weiteren Gegentreffer mehr zu - das Viertelfinale
ist erreicht. Noch nie war eine deutsche Mannschaft im Europapokal
so weit gekommen.
In den Spielen der Oberliga haben die Knappen dagegen ihre Probleme.
Offensichtlich konzentrieren sich die Spieler auf den Europapokal
und lassen im Liga-Betrieb die Zügel schleifen.
Dabei fängt in der Oberliga zunächst alles prima an:
Nach einem ordentlichen Saisonauftakt kommt es am 12. Oktober im
Stadion Rote Erde wieder zum Revierderby gegen den BVB (damaliger
BVB-Trainer: Max Merkel). Obwohl die Knappen mit Brocker, Sadlowski,
Laszig, Soya und Borutta fünf Stammspieler ersetzen müssen,
fahren sie einen überlegenen 3:1-Sieg ein.
Bereits nach 25 Minuten steht das Endergebnis fest. Die frühe
Dortmunder Führung durch Cieslarczyk aus der zweiten Minute
gleicht Jagielski bereits sechs Minuten später aus. Ein Doppelschlag
von Günter Siebert und Heiner Kördell in der 23. und 25.
Minute sorgt für den Sieg
Danach aber folgt eine Serie von Auswärtspleiten. Nacheinander
verlieren die Knappen bei Alemannia Aachen (1:2), SV Sodingen (2:3)
und Fortuna Düsseldorf (4:5). Ergebnis ist am Ende der Hinrunde
ein Platz im hinteren Mittelfeld.
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