Punk, Kultur und Halli Galli

Am 10.06. fand sie statt, die kleine Feier zum 25-Jährigen der Schalker Fan-Initiative e.V., im Wohnzimmer Gelsenkirchen. Nach einem kurzen Grußwort enterte „El Fisch“ die Bühne und sorgte mit einer Mischung aus Punk und Country für ausgelassenen Stimmung. Eine kurze Pause war anschließend nötig um die Gäste auf ein kleines, intensives Schauspiel einzustimmen. Markus Kiefer spielte Ausschnitte aus dem Programm „Villon und Margot“.
Jetzt trafen auch die späten Gäste und Mitglieder ein, die zuvor noch das parallel laufende Stadtgartenfest mit organisiert und durchgeführt hatten. Bang Bang Gelsen legte auf und getanzt wurde bis in den frühen Morgen.

 

Grußwort von Susanne Franke zu 25 Jahre Schalker Fan-Initiative e.V.

25 Jahre – ist das viel?
Wenn ich wieder 25 wäre, würd ich mich verdammt jung fühlen. Für unsere Fan-Ini fühlt sich das an wie ein Vierteljahrhundert.
Als die Schalker gegen Rassismus 1992 gegründet wurden, hatte die deutsche Gesellschaft ein hässliches Gesicht.

Das Unwort des Jahres 1991:“Ausländerfrei“.
1992: „Ethnische Säuberung“.
1993: „Überfremdung“.

Die Schalker gegen Rassismus wurden sichtbar mit Bannern und Flugblättern. Sie fanden Freunde und Unterstützer unter Schalker Spielern, die mit ihnen aktiv wurden.
Sie fanden auch Feinde, die sie beschimpften, nicht nur verbal bedrohten und den Fanladen beschmierten. Es war richtig was los. Wir wurden sichtbar – in den Medien, auf den Plätzen, und an den Schulen.
Damals war das außergewöhnlich – politisch aktive Fußballfans. Die Überzeugung, dass Nazis und Rassisten Arschlöcher sind, wurde auf Schalke breiter Konsens – bei den Hauptberuflern im Fanprojekt und der Geschäftsstelle wie bei den meisten organisierten und unorganisierten Fans.

Alles schick also?
Nein, weil heute die Angst ums eigene Wohl und vor Fremdem wieder in Ausgrenzung, Diskriminierung und Aggression mündet.

Was sind jetzt die Unwörter des Jahres?
2015: „Gutmensch“.
2016: „Volksverräter“

Wenn es heute wieder gegen die Schwachen in der Gesellschaft geht, dann, finde ich, können diese Wörter nur Ehrentitel sein für diejenigen, denen am Herzen liegt, dass Gelsenkirchen und Schalke auch in Zukunft offen und gastfreundlich bleiben.

Wir haben also zwei Bitten an euch, die Mitglieder, Freunde und Unterstützer:
Bleibt an unserer Seite.
Und feiert heute mit uns!