Juller

Pünktlich zur Verleihung des Julius Hirsch Preises an die Schalker Faninitiative gastiert das Theater der Jungen Welt Leipzig mit dem passenden Stück, „Juller“ im Musiktheater in Gelsenkirchen. Wir empfehlen den Besuch.

Geschichte

Jeder kennt sie. Sie sind allseits berühmt, wirtschaftlich abgesichert und gesellschaftlich unabhängig – Fußballstars heute. Vor einhundert Jahren dagegen war der Fußball noch eine Randsportart. Eine erfolgreiche Karriere reichte da längst nicht aus, um für den Rest seines Lebens ausgesorgt zu haben. Aber Berühmtheiten waren erfolgreiche Fußballer auch zu dieser Zeit schon. Einer der Helden der frühen Fußballjahre in Deutschland war der Karlsruher Vollblutstürmer Julius Hirsch, genannt „Juller“. Populär für seine gebückte Laufhaltung und gefürchtet für seine beidfüßige Schussstärke wurde er zweimal Deutscher Meister, war mehrfacher Nationalspieler und nahm 1912 an den Olympischen Spielen teil. Seine großen sportlichen Erfolge konnten dennoch nicht verhindern, dass auch er unter der nationalsozialistischen Herrschaft wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurde.

Die Geschichte von Julius Hirsch gleicht der aller Menschen, die Opfer von Diskriminierung und Gewalt werden. Sie ist eine Brücke vom Vergangenen in die Gegenwart und in die Zukunft – aus Geschichte lassen sich Schlüsse ziehen, wenn ein ehemaliges Idol im Heute wiedererscheint. Die Idee zum Theaterstück „Juller“ am Theater der Jungen Welt Leipzig geht direkt auf eine Anregung des Deutschen Fußball-Bundes zurück. Seit 2005 würdigt der DFB mit dem „Julius Hirsch Preis“ gesellschaftliches Engagement für Freiheit, Toleranz und Menschlichkeit.

Mit „Juller“ macht das renommierte Theater der Jungen Welt Leipzig mit einem Jugendtheaterstück im Oktober erstmals auch in der Fußballmetropole Gelsenkirchen Station.

Partner

Unter der Schirmherrschaft von Claudia Roth, MdB, Vizepräsidentin des 18. Deutschen Bundestages. Gefördert von der DFB-Kulturstiftung und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.

Wann und wo

13.10.2017 19:30
Musiktheater im Revier (MiR), Kleines Haus
Kennedyplatz, 45881 Gelsenkirchen